Interview mit Barbara Akdeniz

Darmstadts Bürgermeisterin zu den Landesspielen

Was bedeuten die Landesspiele von Special Olympics Hessen für Darmstadt?

Uns bedeutet es sehr viel, Austragungsort für die Special Olympics Landesspiele zu sein. Wir sehen es als einen weiteren wichtigen Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sport und sportliche Wettbewerbe und die Anerkennung von Leistungen verhelfen den Athlet*innen zu mehr Selbstbewusstsein und mehr Selbstbestimmtheit.

Das alles im Rahmen der Special Olympics Landesspiele stellt ein echtes Highlight in unserem Sportjahr dar. Mit den Landesspielen möchten wir Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderungen und ihre Leistungen stärker in die Mitte unserer Gesellschaft rücken und ihnen die Anerkennung geben, die sie verdienen.

Wie fügen sich die Landesspiele in die Inklusionslandschaft der Stadt Darmstadt ein?

In Darmstadt wird Inklusion schon seit vielen Jahren gelebt und bestrebt weiterentwickelt. So haben wir einen Aktionsplan „Auf dem Weg zur inklusiven Stadt“ erarbeitet, wir haben eine feste Arbeitsgruppe eingerichtet, in der unter der Beteiligung von Menschen mit Behinderung geeignete Maßnahmen entwickelt werden um Darmstadt weiter inklusiv zu gestalten und Barrieren nicht nur im baulichen Sinne, sondern auch in den Köpfen der Menschen abzubauen. Zudem sind wir Hessische Modellregion für Sport & Inklusion.

Die Landesspiele fügen sich in diese Entwicklung ein und bieten die Möglichkeit zur weiteren Vernetzung und Weiterentwicklung unserer nachhaltigen Inklusionsarbeit. Dass diese Vernetzung und unsere Zusammenarbeit nicht nach dem 19. Mai enden wird, war für uns selbstverständlich und wir freuen uns im nächsten Jahr eine internationale Delegation für die Special Olympics World Games empfangen zu dürfen. Als zukünftige „Host Town“ und durch die diesjährigen Landesspiele möchten wir an die Entwicklung der letzten Jahre anknüpfen und die Inklusion im Darmstädter Sport noch sichtbarer und nachhaltiger machen.

Was gefällt Ihnen besonders an der Idee der Landesspiele?

Durch die Veranstaltung werden Menschen mit und ohne Behinderung zusammengebracht und Athlet*innen, die sonst vielleicht eher am Rande der Gesellschaft stehen, werden in den Fokus gerückt und ihre Leistungen anerkannt. Durch die Organisation der Veranstaltung auf der einen Seite und der Austragung mit all seinen Begegnungen auf der anderen werden Barrieren abgebaut und Inklusion nachhaltig gefestigt.

Und an der Idee von Special Olympics?

Besonders gefallen mir die Unterstützung der Selbstbestimmtheit und die Anerkennung der Leistungen und die darauf aufbauende Stärkung des Selbstbewusstseins der Athlet*innen. Der Ansatz, dass sich Special Olympics nicht nur als Sportorganisation sieht, sondern als Alltagsbewegung mit einem ganzheitlichen Angebot ist sehr spannend und bietet so viele Möglichkeiten für die Athlet*innen.

Das Unified Sports-Programm ist zudem eine herausragende Möglichkeit, wie man niedrigschwellig mit und durch Sport voneinander lernen kann und es sorgt dafür, dass Barrieren und Grenzen im alltäglichen Umgang miteinander abgebaut werden.

Welche Wettbewerbe werden Sie sich bei den Landesspielen anschauen?

Ich werde an so vielen Wettbewerben wie möglich als Zuschauerin und Anfeuererin teilnehmen.

Was wünschen Sie den Landesspielen?

Ich wünsche tolle und spannende Wettbewerbe, viel Freude bei den Athlet*innen nach dem Motto Dabei sein ist alles! Austausch und Aufmerksamkeit, tolles Wetter und beste Bedingungen. Und ich hoffe, dass alle Beteiligten am Ende zufrieden sind. 

Welchen Sport üben Sie selbst aus, wenn Sie Zeit dafür haben?

Im Urlaub reite ich gerne, und im Alltag fahre ich viel Fahrrad, gehe gerne walken oder joggen.